10 Jahre Waldschule

Im September 2025 startete der inzwischen bereits 10. Waldschulkurs des Forstamtes Lüttenhagen im Rahmen der Ganztagsschule an der Hans-Fallada-Schule.

2015 begann der erste Kurs - damals im Klassenraum, jeweils für eine Klassenhälfte im Wechsel mit dem Kurs der Feuerwehr. Inzwischen hat sich schon seit einigen Jahren das Konzept durchgesetzt, die maximal 8 Waldschulkinder der ersten Klasse nach Lüttenhagen zu holen, um Lernen an anderen Orten zu
ermöglichen. Dieses Konzept hat sich bewährt, denn Waldschule im Klassenzimmer macht nicht wirklich Sinn. Wenn man die Natur entdecken und kennenlernen will, muss man draußen sein und die Möglichkeiten nutzen, die der Wald bietet – zum Forschen, Spielen, Hören, Riechen, Fühlen und
Erleben.
Jeden Mittwoch nach der 4. Stunde geht es für die Waldkinder nach Lüttenhagen. Je nach Wetter, Thema und Stimmung der Kinder haben wir die Möglichkeit, im Wald an
verschiedenen Orten unterwegs zu sein, das Wissen im Waldmuseum zu vertiefen oder auch mal in der Lehrwerkstatt zu arbeiten. Langeweile gibt es jedenfalls nicht.
Inzwischen habe ich über die Jahre einen bestimmten „Kern“ an Themen gesammelt, die in jedem Waldschulkurs wieder vorkommen. Dazu gehören viele verschiedene Tier- und Baumarten, die Vorstellung der Arbeiten und Berufe im Wald, eine Entdeckertour durch die Heiligen Hallen, das
Erforschen von Waldboden und Wasser und vieles mehr.
Unabhängig davon können die Kinder Themen oder Ideen vorschlagen, selbst Material mitbringen und oft ergeben sich auch spontane Gelegenheiten wie zum Beispiel, dass wir bei der Beringung von Seeadlern oder von jungen Dohlen dabei sein durften, die wir uns natürlich auf keinen Fall entgehen
lassen.
In den gut 1,5 Stunden, die wir in der Woche zu Verfügung haben, wird jeweils ein Thema behandelt oder auch vertieft, entweder eine Tier- oder Baumart, ein Lebensraum, Waldarbeit und Holzverwendung, der Aufbau und die Entwicklung von Bäumen usw. Zu jedem Thema gibt es vielfältige Anschauungsobjekte wie Präparate, Modelle, Federn, Felle,
Bücher, Bilder, Puzzle und vieles mehr. Die Kinder haben dabei immer die Möglichkeit oder auch die konkrete Aufgabe, selbst Dinge zu erforschen – mit Lupen, Becherlupen, Ferngläsern und auch mit dem Mikroskop schauen wir uns ganz kleine Dinge an. Natürlich wird auch auf spontane
Entdeckungen eingegangen, die die Kinder im Wald gemacht haben.
Über das ganze Waldschuljahr wird ein Waldschulbuch erstellt. Dazu bekommen die Kinder am ersten Tag jeweils einen Hefter, in den sie am Ende jeder Waldschulstunde ein Blatt einheften dürfen, auf dem das Thema des Tages noch einmal aufbereitet und festgehalten ist. Entweder ist es ein Steckbrief zur jeweiligen Tier- oder Baumart, Bastel- oder Bauanleitungen oder Fotos ihrer Erlebnisse und Entdeckungen.
Am letzten Tag darf jeder sein Waldschulbuch mit nach Hause nehmen – zu Erinnerung und zum Nachschlagen.

Da die Konzentration der Kinder in der 5. Und 6. Stunde verständlicherweise etwas nachlässt, gibt es auch immer die Möglichkeit zum Spielen und Toben. Wenn es zum Thema passt, wird gebastelt oder gebaut, beim Thema Waldarbeit darf gesägt werden und wenn es um Insekten geht, bauen wir ein Mini-Insektenhotel, für das wir vorher zusammen das Material sammeln.
Und was bringt die Waldschule?
Neben Wissensvermittlung und Abwechslung im Schulalltag auf jeden Fall Spaß. Das zumindest hoffe ich und den Eindruck habe ich auch, wenn ich mittwochs auf den Schulhof komme und sofort und lautstark von meinen aktuellen und auch ehemaligen Waldkindern begrüßt werde. Mir selbst macht es auch sehr viel Freude, mit den Kindern unterwegs zu sein und mit ihnen neues zu entdecken und auch zu lernen.
Ich wünsche mir natürlich, dass durch die Stunden im Wald das Interesse der Kinder an der Natur vertieft wird, dass sie Dinge entdecken, die sie vorher noch nicht kannten, dass sie sich das Interesse und die Aufmerksamkeit für die manchmal unglaublich kleinen Fundstücke und Details bewahren, die sie aufspüren und mir stolz zeigen, dass sie es genießen, draußen zu sein, Freude daran haben, neues zu lernen und immer neugierig bleiben auf das, was der Wald und die Natur ihnen bieten.
Spätestens in der 4. Klasse, wenn die Waldolympiaden stattfinden und Tiere und Pflanzen bestimmt werden sollen zeigt sich, dass doch einiges aus der Waldschulzeit hängen geblieben ist und das ist dann immer richtig toll.
Ich hoffe, dass sich auch in den nächsten Jahren Kinder finden, die an dem Waldschulkurs teilnehmen möchten und dass ich die Möglichkeit habe, diesen fortzusetzen.

Katja Powils, Forstamt Lüttenhagen

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