Vier Bücher gehen zu Ende – und unzählige Erinnerungen bleiben

Es gibt Tage im Schulleben, die sind mehr als eine Veranstaltung.
Sie sind ein Abschied.
Ein Rückblick.
Und gleichzeitig der Beginn von etwas völlig Neuem.
Genau so ein Tag war die feierliche Zeugnisübergabe unseres Abschlussjahrgangs am 3. Juli.
Schon mit den ersten Klängen des Klavierstücks „Experience“, gefühlvoll am Flügel von Isabelle Köppe gespielt, wurde deutlich: Dieser Nachmittag würde kein gewöhnlicher werden. Im Saal wurde es still. Eltern blickten zu ihren Kindern, Lehrkräfte zu ihren ehemaligen Schülerinnen und Schülern – und vielen wurde in diesem Moment bewusst, wie schnell zehn gemeinsame Jahre vergangen sind.
Unter dem Leitgedanken „Die Bücher der Schulzeit“ nahm die Abschlussrede alle Gäste mit auf eine Reise durch die vergangenen zehn Jahre.
Nicht Noten oder Klassenarbeiten standen im Mittelpunkt.
Sondern die Geschichten, die eine Schulzeit erst zu einer Schulzeit machen.
Da war das erste Buch – die Grundschulzeit. Eine Zeit voller kindlicher Neugier, voller Wanderungen, Schwimmwochen, Weihnachtskonzerte und all der kleinen Abenteuer, die damals riesengroß erschienen.
Dann folgte das zweite Buch. Plötzlich war vieles anders. Corona veränderte den Schulalltag, trennte Klassen, schuf Abstand und machte gleichzeitig deutlich, wie wichtig Gemeinschaft ist.
Im dritten Buch wurden aus Kindern Jugendliche. Freundschaften wurden enger, Zukunftspläne konkreter und die Frage „Was kommt eigentlich nach der Schule?“ rückte immer näher.
Und schließlich das vierte Buch - der Klasse 10.
Ein Roman, der vermutlich dicker geworden ist als alle anderen zusammen.
Voller Lachen.
Voller Herausforderungen.
Voller unvergesslicher Momente.
Und voller Kapitel, die diesen Jahrgang zu einem ganz besonderen gemacht haben.
Besonders bewegend wurde es gegen Ende der Rede.
Nachdem die vergangenen zehn Jahre als vier Bücher der gemeinsamen Schulzeit erzählt worden waren, erklang ein eigens für diesen Jahrgang gestaltetes Lied. Währenddessen füllte sich die Leinwand mit Bildern aus zehn gemeinsamen Schuljahren. Plötzlich waren sie wieder da – die kleinen Erstklässler mit ihren viel zu großen Schulranzen, Klassenfahrten, Weihnachtskonzerte, Sportfeste, Wandertage und unzählige gemeinsame Augenblicke.
Mit jedem Bild wurde deutlicher, wie sehr sich die Kinder verändert hatten. Aus den neugierigen Schulanfängerinnen und Schulanfängern waren junge Erwachsene geworden, die nun bereit sind, ihren eigenen Weg zu gehen.
Im Saal wurde es still. Viele lächelten beim Blick auf die vergangenen Jahre, manche wischten sich heimlich eine Träne aus dem Gesicht. Es waren genau diese Bilder, die allen noch einmal vor Augen führten, wie viele Erinnerungen in zehn gemeinsamen Schuljahren entstanden sind – Erinnerungen, die weit über Unterricht und Zeugnisse hinausgehen.
Im Anschluss erhielten die Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlusszeugnisse. Mit persönlichen Worten und ausgewählten Zitaten wurde jede Zeugnisübergabe zu einem ganz individuellen Moment.
Auch Frau Constanze von Buchwaldt richtete herzliche Glückwünsche an den Abschlussjahrgang. Gemeinsam mit der Hans-Fallada-Gesellschaft sowie dem Schulförderverein wurden Schülerinnen und Schüler für ihre besonderen schulischen Leistungen und ihr außergewöhnliches Engagement geehrt. Damit wurde sichtbar, dass Einsatz, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, sich für andere einzubringen, weit über den Unterricht hinaus wahrgenommen und wertgeschätzt werden.
Einen besonders berührenden Abschluss fand die Veranstaltung in der Rede der Schülerinnen und Schüler. Stellvertretend für den Jahrgang blickte Isabelle Köppe noch einmal auf viele gemeinsame Erlebnisse zurück, griff die Gedanken der vorherigen Rede auf und fand bewegende Worte des Dankes – an ihre Klassenlehrerin Frau Vehrling, an die Lehrkräfte und an die Schulleitung. Ein Moment, der zeigte, wie viel mehr Schule ist als das Vermitteln von Wissen.
Mit dem Lied „Auf uns“ klang die Feierstunde schließlich aus – passend zu einem Nachmittag, der allen Anwesenden noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Vier Bücher der Schulzeit stehen nun vollgeschrieben im Regal der Erinnerungen.
Vor unseren Absolventinnen und Absolventen liegen nun neue Bücher. Noch unbeschrieben. Voller Möglichkeiten.
Wir wünschen euch von Herzen, dass ihr sie mit Mut, Zuversicht, Menschlichkeit und vielen glücklichen Kapiteln füllt.
Alles Gute für euren weiteren Lebensweg – und vergesst nie, wo eure Geschichte begonnen hat.
 
Anja Engel
 

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